Reserveraum für Extrem-Hochwasser Hördter Rheinaue

Projektbeschreibung

Die günstigen Geländestrukturen in Überlagerung mit einer weitgehend angepassten Nutzung der Niederungsbereiche (überwiegend Wald, Acker und Grünland) sprechen aus wasserwirtschaftlicher Sicht klar für eine Hochwasserrückhaltung in der Hördter Rheinaue. Dass dieser Standort seit den 1980-er Jahren kontrovers diskutiert wird, liegt primär an der Kombination von intensiver land- und forstwirtschaftlicher Nutzung bei gleichzeitig landesweit bedeutsamer Wertigkeit des Raumes für die Ziele des Arten- und Naturschutzes. Im Rahmen von Moderation und Raumordnung sowie den nachfolgenden Abstimmungen gelang es erstmals, eine konsens- und genehmigungsfähige Lösung zum Bau des Reserveraumes zu entwickeln.

Der Reserveraum bildet demnach einen seitlich zum Rhein angeordneten Rückhalteraum, der nur bei Extremhochwasser etwa alle 200 Jahre geflutet wird.

Aus forstwirtschaftlicher Sicht ist die Hördter Rheinaue ein hochproduktiver Standort, deren derzeitiger Baumbestand aber nicht an Überschwemmungen angepasst ist. In den von den ökologische Flutungen betroffenen Bereichen soll ein Waldumbau erfolgen, die Vorgehensweise ist im „Waldwirkungenplan Hördter Rheinaue“ der Forstverwaltung Rheinland-Pfalz zusammengefasst.

Deichlinien

Der derzeitige Rheinhauptdeich bildet langfristig die Vordere Deichlinie, die gemäß bestehenden vertraglichen Regelungen auf den Bemessungswasserstand in der freien Rheinstrecke zzgl. 0,8 m Freibord ausgebaut wird. Der Ausbau erfolgte zeitlich vorgezogen, um den Hochwasserschutz der Binnenseite zeitnah zu gewährleisten. Die vordere Deichlinie bleibt auch über die Fertigstellung des neuen rückwärtigen Rheinhauptdeiches hinaus bis zu einem 200jährlichen Hochwasserereignis die maßgebliche Hochwasserschutzlinie und wird als solche er- und unterhalten. Im Ausbauabschnitt liegt auch das alte Schließenbauwerk am Durchgang des Michelsbaches/ Sondernheimer Altrheins durch den Deich, das im Zuge des Deichausbaus ebenfalls erneuert wurde.

Der Reserveraum wird neben dem vorderen Rheinhauptdeich durch den neuen, rd. 9,5 km langen hinteren Rheinhauptdeich zur Binnenseite hin abgegrenzt.

Neben dem Deich sind im Ergebnis von Moderation, Raumordnung und zwischenzeitlich erfolgten Detailbetrachtungen folgende Baumaßnahmen mit dem Reserveraum in der Hördter Rheinaue verbunden:

Neben dem Deich sind im Ergebnis von Moderation, Raumordnung und zwischenzeitlich erfolgten Detailbetrachtungen folgende Baumaßnahmen mit dem Reserveraum in der Hördter Rheinaue verbunden:

Weitere Bauwerke

- 8 Sielbauwerke mit Absperrvorrichtungen an den Gewässerdurchlässen durch den neuen Deich
- 2 Schöpfwerke binnenseits des neuen Deiches mit einer Leistung von insgesamt 16,5 m³/s.
- Neubau der Schöpfwerke Sondernheim-Nord und Leimersheim mit Leistungsanpassung (insgesamt 15,5 m³/s). Aufgrund des baulichen Zustands und der vorhandenen Betriebssicherheit der bestehenden Schöpfwerke wären diese Investitionen zum überwiegenden Teil auch ohne den Bau des Reserveraums erforderlich, sind aber hier kostenmäßig dem Reserveraum zugeordnet

Das Konzept zu Art und Umfang der ökologischen Flutungen innerhalb des Reserveraumes sieht eine gestaffelte Umsetzung mit unterschiedlichen Wasserständen in der Hördter Rheinaue vor. Aus technischer Sicht sind hierzu steuerbare Einlaufbauwerke in der vorderen Deichlinie, die Herstellung eines längsdurchgängigen Gewässersystems für die ökologischen Flutungen sowie der Bau von Regelbauwerken und Geländeprofilierungen erforderlich.

Insbesondere zum Deichbau sind erhebliche Massentransporte erforderlich. Um diese nicht durch die Ortslagen abwickeln zu müssen, ist eine separate Bauzufahrt vorgesehen. Diese wird zwischen Kuhardt und Neupotz als neue Abfahrt von der B9 erfolgen und im Idealfall später als zusätzliche Straße nutzbar sein, die Anbindung an die B9 und abschließende Trassierung ist noch nicht festgelegt. Im Weiteren Verlauf werden vorhandene Straßen und Wege genutzt und an die Erfordernisse des Baustellenverkehrs angepasst.

Bürgerinformationen

Juni 2019: Stand der Planung
Stand der Planung: Juni 2019

Den aktuellen Vorhabensplan finden Sie hier:

--> Übersichtsplan, Planung, Stand: Juni 2019

September 2017: Bürgerinformation Leimersheim
Frühe Bürgerbeteiligung, 28.09.2017, Leimersheim

Am 28.09.2017 lud die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd als Vorhabensträger zu einer frühen Öffentlichkeitsbeteiligung für die Planung am Schöpfwerk Leimersheim, am Abschlag Erlenbach sowie der Gewässerausbaumaßnahmen an Otterbach und Fischmal ein und beantwortete in diesem Zusammenhang die Fragen der zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger.

--> Weitere Infos: Protokoll vom 28.9.2017

Juni 2017: Bürgerinformation
Bürgerinformation, 23.06.2017

Am 23.06.2017 gab die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd als Vorhabensträger den zahlreich erschienen Bürgerinnen und Bürger einen Überblick über den aktuellen Projektstand.
--> Präsentation vom 23. Juni 2017

Weiterführende Informationen
Weiterfürhende Informationen

Weitere allgemein verfügbare Informationen siehe unter
--> sgdsued.rlp.de/de/themen/hochwasserschutz/reserveraeume/hoerdter-rheinaue

Projektunterlagen für die am Projekt beteiligten Akteure finden Sie hier:
--> www.reserveraum-hoerdt.de/index.php?id=login.

Kontakt

Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd

Deichmeisterei / Neubaugruppe Hochwasserschutz
Industriestr. 70, 67346 Speyer
Telefon: 06232-6702-0
EMail: Reserveraum.hoerdt(at)sgdsued.rlp.de und poststelle(at)sgdsued.rlp.de